Projekt kulturer.be
27.1.26
(lmw) Noch bis zum 29. März 2026 widmet sich das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken in seiner neuen Sonderausstellung Was bleibt? Die Zeit der Merowinger einer ebenso bedeutenden wie wenig bekannten Epoche der saarländischen Geschichte.
Grabplatte mit stilisiertem Kreuz aus Faha. (Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken)
© Historisches Museum Saar, André Mailänder
Ein neuer Glaube etabliert sich
In den Provinzen des römischen Reiches hat sich das Christentum bereits in römischer Zeit verbreitet. Mit seiner Taufe ungefähr um das Jahr 500 bekennt sich der Merowinger-König Chlodwig I. zum katholischen Glauben.
Das Kreuzsymbol als christliches Zeichen taucht im Saarland im späten 6. Jahrhundert auf Objekten in den Bestattungen auf. Im Laufe der Zeit finden sich immer mehr Gegenstände mit Kreuzdarstellungen in den Gräbern. Versteht man die Beigaben und Ausstattung der Verstorbenen auch als Ausdruck ihrer Identität, so zeigt sich daran, wie das Christentum im Leben und Sterben der Menschen mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.
Ab der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts ist zu beobachten, dass Grabbeigaben seltener werden. Trotzdem gibt es weiterhin einzelne sehr reich ausgestattete Gräber.
Dieser Trend weg von den Beigaben könnte durch die Etablierung einer institutionalisierten Kirchenstruktur erklärt werden: Der gesellschaftliche Rang drückt sich nicht mehr in der Bestattung und im Grab aus, sondern zum Beispiel durch Stiftungen an die Kirche.
Frühe Klöster und Kirchen im Saarland
Prediger, unter anderem aus Britannien und Irland, ziehen im 7. Jahrhundert durch die Lande, missionieren eine bereits weitgehende christliche Bevölkerung und gründen erste Klöster. Bekannt ist vor allem der Wanderbischof Pirmin, der um 741 das Kloster Hornbach gründet, knapp 5 Kilometer vom saarländischen Altheim entfernt.
Im Saarland ist für Mettlach ab dem 7. Jahrhundert eine sogenannte Kirchenfamilie, eine Gruppe von liturgisch/kirchlich genutzten Bauten, belegt. Weitere Kirchenbauten der Merowingerzeit gibt es, das legen historische Quellen nahe, unter anderem in St. Arnual, Losheim und Pachten.
In Tholey, im Bereich einer römischen Villa, erbaut der Adlige Adalgisel-Grimo eine erste Kirche, zu der vermutlich eine Befestigung auf dem Schaumberg gehört. Diese Ländereien vermacht er laut seinem Testament aus dem Jahr 634 dem Bistum von Verdun.
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