Projekt kulturer.be
15.6.26
(sfmv) Unter dem Jahresmotto „Begegnungen“ widmet sich das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach am Sonntag, den 21. Juni, den Frauen, die das Leben auf den Schwarzwaldhöfen über Jahrhunderte hinweg geprägt haben.
Museumsmitarbeiterin Melina Egg verkörpert am 21. Juni die Zigarrenkönigin Marie-Luise Feger, die während des Ersten Weltkriegs eine Zigarrenfabrik leitete.
Billy Sum-Herrmann in der Rolle der letzten Vogtsbäuerin Barbara Aberle.
Fotos: Freilichtmuseum Vogtsbauernhof, Hans-Jörg Haas.
Bei Führungen, szenischen Darstellungen und Mitmachangeboten begegnen die Besucher historischen Frauenfiguren und erfahren mehr über deren Lebenswelten, Aufgaben und Herausforderungen.
Den Auftakt bildet um 11 Uhr die Sonderführung „Die Frauen in unseren Häusern“ mit Museumspädagoge Lucas Pilipp. Anhand ausgewählter Biografien wirft er einen Blick auf die Lebenswirklichkeit von Frauen im Schwarzwald des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Dabei geht es um ihre Arbeit in Haus, Hof und Familie ebenso wie um ihren Beitrag zum Fortbestand der Höfe. Zugleich rückt die Führung Frauen in den Mittelpunkt, deren Geschichten bislang oft nur am Rande erzählt wurden, darunter Ottilia Falk, Namensgeberin des Falkenhofs, oder Ursula Kuonerin, eine ehemalige Bewohnerin des Hippenseppenhofs.
Im Anschluss an die Einführung werden historische Frauenschicksale lebendig. Museumsmitarbeiterin Billy Sum-Herrmann schlüpft um 12 Uhr in die Rolle von Barbara Aberle, der letzten Bewohnerin des Vogtsbauernhofs. Sie erzählt von der bewegenden Zeit, als ihr Wohnhaus zum Herzstück des späteren Freilichtmuseums wurde, und erinnert an die Begegnung mit dem Museumsgründer Hermann Schilli, die den Grundstein für die Entstehung des Museums legte.
Unter dem Titel die „Die Schondelmaier-Christie und die Zigarrenkönigin Marie-Luise“ erwecken die Museumsmitarbeiterinnen Martina Lehmann und Melina Egg ab 13 Uhr zwei außergewöhnliche Frauenfiguren zum Leben: Christina Aberle, genannt Schondelmaier-Christie, die im Vogtsbauernhof aufgewachsen ist, und deren persönliche Zukunftspläne den familiären Verpflichtungen weichen mussten, sowie Marie-Luise Feger, die während des Ersten Weltkriegs als Werkleiterin einer Zigarrenfabrik in Durbach tätig war und damit einen ungewöhnlichen Berufsweg einschlug.
Auch die jüngsten Museumsbesucher kommen nicht zu kurz: In der Offenen Werkstatt für Familien gestalten Kinder von 11 bis 16 Uhr kleine Spielfiguren aus Holz für die Puppenstube zu Hause.
Detaillierte Angaben zu den Einzelangeboten und das gesamte Jahresprogramm 2026 mit allen Terminen im Überblick können unter www.vogtsbauernhof.de eingesehen werden.
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