Projekt kulturer.be
18.9.26
(ssg) Wie lassen sich Schlösser, historische Gärten und Sammlungen unter veränderten klimatischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen dauerhaft bewahren? Mit dieser Frage beschäftigt sich die 34. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen (AGDS) vom 17. bis 19. September in Schloss und Schlossgarten Schwetzingen. Unter dem Leitmotiv „Resilienz als Leitprinzip – Kulturerbe in unsicheren Zeiten“ beraten die öffentlichen Schloss- und Gartenverwaltungen über gemeinsame Herausforderungen und tragfähige Handlungsansätze.
Cord Panning (Geschäftsführer Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau), Prof. Dr. Christoph Vogtherr (Generaldirektor Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg) und Patricia Alberth (Geschäftsführerin Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg) bei der Vorstellung der Tagung für die Presse.
Foto: kulturer.be
Gemeinsam Wissen bündeln
Die 34. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen findet vom 17. bis 19. September im Schwetzinger Schloss statt. Das Thema lautet „Resilienz als Leitprinzip – Kulturerbe in unsicheren Zeiten“.
Die AGDS ist ein Zusammenschluss der Schlösser und Gärten in staatlicher Trägerschaft. Sie dient dem fachlichen Erfahrungsaustausch, der Entwicklung gemeinsamer Projekte und der Bearbeitung aktueller Fragen rund um Bewahrung, Pflege und Vermittlung des anvertrauten Kultur- und Naturerbes.
Andrea Lindlohr MdL, Staatssekretärin im Finanzministerium, das für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zuständig ist, unterstreicht die Bedeutung der Vernetzung: „Die Tagung in Schwetzingen zeigt, wie wichtig der fachliche Austausch für den Erhalt unserer Schlösser und Gärten ist. Wer dieses kulturelle Erbe für kommende Generationen sichern will, muss Veränderungen früh erkennen, Wissen teilen und tragfähige Lösungen entwickeln. Die Zusammenarbeit der Schlösserverwaltungen gibt dafür wertvolle Impulse.“
Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Vorsitzender der AGDS und Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, betont die Bedeutung des Netzwerks: „Gerade in unsicheren Zeiten zeigt sich, wie wichtig belastbare Netzwerke, geteiltes Fachwissen und kontinuierlicher Austausch sind, um unser Kultur- und Naturerbe verantwortungsvoll zu bewahren, weiterzuentwickeln und weiterzugeben.“
Resilienz als Querschnittsaufgabe
Die Tagung versteht Resilienz als übergreifendes Prinzip. In sogenannten „Resilienz-Diskursen“ geht es um den Klimawandel in historischen Gärten, Risiko- und Notfallmanagement, historisches Wissen als Ressource, Digitalisierung und Simulation, neue Ansätze der Finanzierung sowie Kommunikation und Marketing.
Den übergreifenden Impuls gibt Prof. Dr. Annette Kehnel von der Universität Mannheim mit ihrer Keynote „Der Phoenix-Effekt. Wie Gesellschaften Krisen bewältigt haben und was wir heute daraus lernen können“.
Patricia Alberth, Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und stellvertretende Vorsitzende der AGDS, sagt: „Resilienz heißt für uns nicht, Krisen einfach auszuhalten. Es geht darum, handlungsfähig zu bleiben, Wissen zu teilen und Veränderungen aktiv zu gestalten.“
Schwetzingen als Praxisort
Schloss und Schlossgarten Schwetzingen bieten für diese Fragen einen konkreten Bezugsrahmen. Historische Gartenkunst, Parkarchitekturen, Denkmalpflege, Besuchsbetrieb und die Folgen des Klimawandels treffen hier unmittelbar aufeinander.
So verbindet die Jahrestagung den überregionalen fachlichen Austausch mit den praktischen Herausforderungen eines historischen Monuments – und mit der zentralen Frage: Wie bleibt Kulturerbe auch in unsicheren Zeiten handlungs- und zukunftsfähig?
Siehe auch: Baustelle Artenvielfalt eröffnet (16.4.26)
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