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6.10.26

Schwetzingen

Museum frei Haus - Objekt des Monats

Museum der Stadt Schwetzingen präsentiert mit einer Vierpassförmigen Filigranscheibenfibel die Rekonstruktion eines kostbaren Schmuckstücks aus der Merowingerzeit

(stsw) Im Oktober führt das Objekt des Monats weit zurück in die Geschichte der Stadt: in die Merowingerzeit des 7. Jahrhunderts. Vorgestellt wird die Rekonstruktion einer kostbaren, vierpassförmigen Filigranscheibenfibel. Das Original befindet sich heute in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim.

Merowingerzeitliche vierpassförmige FiligranscheibenfibelMerowingerzeitliche vierpassförmige Filigranscheibenfibel
Foto: Stadt Schwetzingen / Tobias Schwerdt.

Der Fund stammt aus einem Bereich zwischen Lindenstraße und Maschinenweg, in dem zahlreiche mittelalterliche Gräber entdeckt wurden. Das ehemalige Gräberfeld liegt heute mitten im Stadtgebiet und nur einen Steinwurf von der Stadtbibliothek entfernt, wo die Rekonstruktion der Fibel präsentiert wird. Die archäologischen Funde geben wichtige Einblicke in das Leben der Menschen, die im 6. und 7. Jahrhundert in Schwetzingen lebten.

Unter den Bestatteten (Grab 5/1966) befand sich auch eine Frau, die im Rang einer Hofherrin stand. Wie viele Frauen der sozialen Oberschicht in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts brachte sie ihre christliche Gesinnung mit ihren Trachtaccessoires zum Ausdruck. Dazu gehörte die goldene, kreuzförmig gestaltete und kreuzförmig verzierte Filigranscheibenfibel. Das Original besteht aus Bronze, Goldblech und Silbernieten und ist mit farbigen Einlagen aus Glas verziert. Die kostbaren Materialien und die aufwendige Gestaltung zeugen von der hohen gesellschaftlichen Stellung ihrer Trägerin und von der handwerklichen Kunstfertigkeit der Merowingerzeit.

Das im Rahmen von „Museum frei Haus“ gezeigte Stück ist allerdings nicht das Original, sondern eine Rekonstruktion. Der Archäotechniker Frank Trommer fertigte das Imitat aus Messing und Glas an und orientierte sich dabei an zeitgenössischen Herstellungstechniken. So wird anschaulich, mit welchem handwerklichen Können ein solches Schmuckstück vor rund 1.400 Jahren gefertigt wurde.

Die Filigranscheibenfibel schlägt damit eine besondere Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ihr Fundort zwischen Lindenstraße und Maschinenweg befindet sich heute nur wenige Schritte von der Stadtbibliothek entfernt – und damit genau dort, wo die Geschichte Schwetzingens für Besucherinnen und Besucher wieder sichtbar wird. Ein kleines Schmuckstück erzählt so von einer Hofherrin, ihrem Glauben und einer längst vergangenen Epoche, deren Spuren bis heute im Stadtbild erhalten geblieben sind.

Zu sehen ist das „Objekt des Monats“ in der Stadtbibliothek Schwetzingen. Die Kooperation von „Museum frei Haus“ und Bibliothek bringt Geschichte sichtbar in den Alltag – zentral, kostenfrei und für alle zugänglich.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Angeboten von „Museum frei Haus“ werden regelmäßig veröffentlicht. Interessierte können sich unter Museum frei Haus auf dem Laufenden halten.

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