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24.6.26

Schwetzingen

Von Lunéville nach Schwetzingen – Kulturtransfer im Zeitalter Carl Theodors

Großes Interesse an deutsch-französischem Vortragsabend in Lunéville

(stsw) Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen in Schwetzingens französische Partnerstadt Lunéville, um einen Vortragsabend zur gemeinsamen Geschichte von Kurpfalz, Frankreich und Lothringen zu erleben. Die Veranstaltung, die in Kooperation mit den Stadtmuseen von Schwetzingen und Frankenthal stattfand, beleuchtete die vielfältigen politischen, kulturellen und künstlerischen Beziehungen unter Kurfürst Carl Theodor im 18. Jahrhundert.

Die drei Hauptbeteiligten am VortragsabendArionbrunnen im Schwetzinger SchlossgartenV. l. n. r.: Jean-Louis Janin Daviet, Museumsleiter Lunéville, Dr. Maria Lucia Weigel, Museumsleiterin Franbkenthal und Lars Maurer, Museumsleiter Schwetzingen.

Foto: Dr. Barbara Gilsdorf.

Der Sänger Arion, LIeblingssänger des Apoll, ein Werk des französischen Bioldhausers Bertholomé de Guibal für den Schlosspark in Luneville.

Foto: kulturer.be

Nach der Begrüßung durch die französischen Gastgeber dankten Lars Maurer, Leiter des Museums der Stadt Schwetzingen, Dr. Maria Lucia Weigel, Leiterin des Erkenbert-Museums Frankenthal, sowie die Kulturbeauftragte der Stadt Schwetzingen, Dr. Barbara Gilsdorf, dem Lunéviller Museumsleiter Jean-Louis Janin Daviet und seinem Team für die Einladung sowie die erfolgreiche Ausstellung zu Ludwig XVI., die den Rahmen für den Abend bildete.

Im ersten Vortrag stellte Lars Maurer die engen Verbindungen zwischen der Kurpfalz, Frankreich und Lothringen vor. Dabei zeigte er auf, wie stark der Hof Carl Theodors zunächst von französischer Kultur und Politik geprägt war. Besonderes Augenmerk legte er auf den aus Lunéville stammenden Architekten Nicolas de Pigage, der mit seinen Arbeiten in Mannheim und insbesondere im Schwetzinger Schlossgarten die höfische Architektur und Gartenkunst nachhaltig beeinflusste. Eindrucksvoll wurde dabei auch der kulturelle Transfer zwischen Lunéville und Schwetzingen sichtbar, etwa durch die bis heute in Schwetzingen erhaltenen Bleiskulpturen aus den Gärten des Schlosses von Lunéville.

Im zweiten Teil des Abends widmete sich Dr. Maria Lucia Weigel der Geschichte der Frankenthaler Porzellanmanufaktur. Anhand ausgewählter Beispiele erläuterte sie die engen künstlerischen Beziehungen zu französischen Vorbildern und zeigte, wie die Manufaktur unter Kurfürst Carl Theodor zu einer der bedeutendsten Porzellanproduktionen des 18. Jahrhunderts in Deutschland aufstieg.

Die beiden Vorträge verdeutlichten eindrucksvoll, wie eng die Regionen bereits vor Jahrhunderten miteinander verbunden waren. Kunst, Architektur, Gartenkultur und Porzellanproduktion standen dabei beispielhaft für einen grenzüberschreitenden kulturellen Austausch, der bis heute nachwirkt.

„Die Geschichte unserer beiden Städte zeigt, dass europäischer Austausch und kulturelle Zusammenarbeit eine lange Tradition haben. Solche Veranstaltungen machen die gemeinsamen historischen Wurzeln sichtbar und stärken zugleich die lebendige Partnerschaft zwischen Schwetzingen und Lunéville“, betonte die Schwetzinger Kulturbeauftragte Dr. Barbara Gilsdorf.

Im Anschluss an die Vorträge nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu einer Führung durch die aktuelle Ausstellung. Bei angeregten Gesprächen und persönlichem Austausch klang der Abend in angenehmer Atmosphäre aus. Museumsleiter Lars Maurer zog ein positives Fazit: „Vor einem französischen Publikum in französischer Sprache zu referieren, war für mich eine anspruchsvolle, zugleich aber sehr bereichernde Erfahrung. Dass die Inhalte auf so großes Interesse gestoßen sind und sich im Anschluss viele anregende Gespräche ergeben haben, hat mich besonders gefreut.“

Die Veranstaltung war ein weiterer Baustein der engen Städtepartnerschaft zwischen Schwetzingen und Lunéville und unterstrich die Bedeutung des grenzüberschreitenden kulturellen Dialogs.

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