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17.9.26

Burgfeste Dilsberg

Schnell, bevor die Fledermäuse einziehen

Brunnenstollen kann noch bis Ende September entdeckt werden

(ssg) In der Burgfeste Dilsberg hat sich bis heute ein historischer Brunnenstollen erhalten, der tief in den Felsen unter dem Monument führt. Allen, die den fast 80 Meter langen unterirdischen Gang in dieser Saison noch einmal erkunden wollen, bleibt dafür noch bis Ende September Zeit. Dann kehren die Fledermäuse in ihr Winterquartier zurück und der Stollen wird für Besucherinnen und Besucher zum Schutz der Tiere geschlossen. Die letzten Spätsommertage bieten daher noch einmal Gelegenheit, den Stollen zu entdecken und ein besonderes Stück der Geschichte der Burgfeste kennenzulernen.

Dilsberg, MantelmauerDilsberg, BrunnenstollenDilsberg, Mantelmauer
Foto: kulturer.be

Dilsberg, Brunnenstollen
Foto: Thomas Tempel, ssg

Letzte Chance für einen Abstieg
Einst angelegt, um die Wasserversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner der Burgfeste Dilsberg zu gewährleisten, bietet der Brunnenstollen seinen heutigen Gästen besondere Einblicke in die Geschichte – in diesem Jahr noch bis Ende September. Denn während der Brunnenstollen im Sommer menschliche Gäste auf eine Zeitreise einlädt und einen kühlen Ausflugsort an warmen Tagen bietet, dient er im Winter zahlreichen Fledermäusen als Zuhause. Die nachaktiven Säugetiere finden hier in den Wintermonaten einen geschützten Unterschlupf, in dem sie die kalte Jahreszeit sicher verbringen können. Im Stollen wird es selbst an eisigen Tagen nicht zu kalt, die Temperaturen bleiben beständig. Um den Fledermäusen die nötige Ruhe zu geben, bleibt der Brunnenstollen im Herbst und im Winter geschlossen.

Brunnenstollen mit langer Geschichte
Bereits im 12. Jahrhundert wurde auf der Burgfeste Dilsberg ein Brunnen angelegt, der später auf 46 Meter vertieft und um einen 78 Meter langen Quergang ergänzt wurde, als die kurpfälzische Garnison anwuchs und mehr Wasser benötigte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Stollen zugeschüttet und geriet in Vergessenheit. Nur Sagen hielten die Erinnerung an den unterirdischen Gang wach. Auch Mark Twain griff sie in seinem Buch „Bummel durch Europa“ auf. Um 1900 wurde der Stollen wiederentdeckt und 1926 schließlich freigelegt. Heute können Besucherinnen und Besucher dieses besondere Stück Geschichte hautnah erkunden – ob bei Rundgängen auf eigene Faust oder bei einer Führung.

Burgfeste lädt weiterhin zur Zeitreise ein
Während der Stollen ab Ende September den Fledermäusen gehört, bleibt die Burgfeste selbst noch einige Wochen für Gäste geöffnet. Beim Rundgang können sie die historische Anlage erkunden, ihre Geschichte entdecken und den Blick über das Neckartal genießen. Mit seinen beeindruckenden Mauern bietet das Monument selbst in seiner heutigen Form faszinierende Einblicke ins Mittelalter. Wer sehen möchte, wie die Burgfeste damals aussah, kann sich mit der App „Monumente 3D“ der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg virtuell in die Vergangenheit versetzen lassen. Eindrucksvolle 3D-Modelle zeigen die rekonstruierte Anlage und machen Bereiche sichtbar, die heute nicht mehr erhalten sind. Darüber hinaus vermittelt die App Wissenswertes zur Architektur, zur Verbindung zwischen Burg und Ort Dilsberg sowie zur Tier- und Pflanzenwelt der Umgebung. Die Burgfeste Dilsberg ist noch bis Samstag, 31. Oktober, geöffnet. Danach verabschiedet sie sich in die Winterpause.

Burgfeste Dilsberg

Führungen finden jeden Sonn- und Feiertag um 15.00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Individuelle Führungen sind auch auf Anfrage unter 06223/ 35 35 oder an tourismus@neckargemuend.de buchbar.

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