23.4.18

Schloss Heidelberg

Vvor 500 Jahren: Martin Luther besucht am 27. April 1518 den kurfürstlichen Hof

(ssg) Heidelberg zu Beginn des 16. Jahrhunderts: eine Stadt mit großer Strahlkraft. Die mächtige Residenz der Kurfürsten von der Pfalz befand sich hier – und eine blühende Universität. Und nicht nur hier wurde der Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther empfangen: Auch die Residenz besuchte der Reformator. Von genau 500 Jahren, am 27. und am 29. April 1518, verbrachte Luther zwei Abende im Schloss – eingeladen von Pfalzgraf Wolfgang, dem jüngeren Bruder von Kurfürst Ludwig V. Martin Luther selbst berichtet davon in einem Brief. Aus Anlass dieses historischen Besuchs setzen die Staatlichen Schlösser und Gärten am 30. April eine besondere Führung aufs Programm, bei der man die kurpfälzische Residenz der Lutherzeit erleben kann: „‚Es fehlte nichts, was feiner Lebensart entspricht‘. Martin Luther als Schlossbesucher“.

Auftritt in der Universität mit Folgen
Luther war damals noch Augustinermönch und reiste zur Generalversammlung seines Ordens an. Ein halbes Jahr zuvor, am 31. Oktober 1517, hatte der aufsehenerregende Thesenanschlag in Wittenberg stattgefunden. Nun war Luther eingeladen, in Heidelberg seine 95 Thesen zu vertreten. Und Luthers Präsentation in der theologischen Fakultät am 26. April 1518 war wegweisend: Die Studenten, die ihm zuhörten, waren etwa Martin Bucer, Erhard Schnepf, Martin Frecht oder Johannes Brenz – durchweg Männer, die wenige Jahre später die Reformation in Süddeutschland prägen sollten. Luthers Besuch in Heidelberg veränderte die Geschichte.

Ein freundschaftlicher Besuch im Schloss
Am nächsten Abend, am 27. April, machte Martin Luther sich auf den Weg in das Schloss. Pfalzgraf Wolfgang (1494-1558), ein jüngerer Bruder Kurfürst Ludwigs V., hatte ihn freundschaftlich aufs Schloss zur Tafel eingeladen. Die beiden kannten sich von der Universität in Wittenberg, wo Martin Luther Theologieprofessor war und an der Wolfgang in den Jahren 1515 und 1516 studiert hatte. An seinen Freund, den Theologen Georg Spalatin, schrieb Luther in einem Brief vom 18. Mai 1518: „Ich habe eine vortreffliche Aufnahme beim erlauchtesten Pfalzgrafen Wolfgang … gefunden. Er lud mich … ein. Wir haben uns auf beiden Seiten an trauter angenehmer Wechselrede erfreut, dazu gegessen und getrunken, dann alle Kleinodien der fürstlichen Hofkapelle, darauf die Rüstkammer und endlich alle Schätze dieses wahrhaft königlichen und herrlichen Hofes besehen. … Kurz, es hat an nichts gefehlt, was feiner Lebensart entspricht.“

Ausbau zur Festung
Kurfürst Ludwig V. sollte erst nach dem Besuch Luthers die Burg durch Westwall, Dicken Turm und Nordwall zur Festung ausbauen lassen. Was Luther - zumindest von außen - sah, war das Zeughaus, das Ludwig V. am Zugang von der Talseite erbauen ließ: die von Luther erwähnte „Rüstkammer“. Das Zeughaus vin innen zu sehen war wohl nur hochgestellten Gästen gestattet.

Hier also war Martin Luther zu Gast – und sehr beeindruckt vom „wahrhaft königlichen und herrlichen Hof“. Die Führung „Martin Luther als Schlossbesucher“ am 30. April um 14.30 Uhr macht das Schloss der Lutherzeit wieder sichtbar.

Sonderführung
Es fehlte nichts, was feiner Lebensart entspricht“. Martin Luther als Schlossbesucher
Referent: Heiner Grombein, Sebastian Klusak oder Reinhard Störzner
Montag, 30.04.2018, 14.30 Uhr
Sonntag, 11. November 2018, 14:30 Uhr
€ 6,00 zzgl. € 7,00 Schlossticket, Ermäßigte: € 3,00 zzgl. € 4,00 Schlossticket
Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich.

Information und Anmeldung
Service Center der kurpfälzischen Schlösser Heidelberg, Mannheim und Schwetzingen
Telefon +49 (0) 62 21 . 6 58 88-0
service@schloss-heidelberg.com

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